Mittwoch, 12. September 2012

Interview mit Christoph Dittert (Drei ???)

So, heute geht es weiter mit Part 2 der Interviews! Und zwar mit dem Autor Christoph Dittert. Hier nun Fragen und Antworten:



1. Wie kommt man dazu, „Die drei Fragezeichen“ zu schreiben?  

Aus Leidenschaft! Ich finde die Serie klasse, und das seit Jahrzehnten (meine Güte, bin ich alt! Anderseits sind es auch noch nicht gar so viele Jahrzehnte, hihi.). Ich war schon etablierter Schriftsteller, als ich es irgendwann wagte und mich beim Kosmos-Verlag meldete. Kurz darauf und nach einem netten Kontakt mit den Kollegen dort schickte ich einen sehr, sehr ausführlichen Romanplan dorthin - daraus entstanden dann die „Geheimnisvollen Botschaften“.


2. Machen Sie sich manchmal Sorgen, ob das Buch den Fans gefällt?


Sorgen ist das falsche Wort. Die „erwachsenen Fans“ sind oft ein sehr kritisches und auf ihre Weise engagiertes Publikum, und natürlich hoffe ich, dass es auch bei denen gut ankommt.   Das eigentliche Zielpublikum sind ja Kinder, und ich treffe sehr viele bei Lesungen. Bei ihnen sieht das noch mal anders aus. Die lassen sich mitreißen, vor allem bei persönlichen Auftritten/Begegnungen. Kinder haben völlig andere Ansprüche und Bedürfnisse bei so einem Roman - und damit will ich ausdrücklich nicht sagen, dass diese Ansprüche "kleiner" wären. Sie sind anders - und das kann sogar merklich schwieriger sein.  Natürlich kann ein Kinder-und-Jugendbuch auch Erwachsene begeistern und mitreißen - aber es bleibt ein KJB. Ich selbst lese gern und immer mal wieder etliche KJB auch außerhalb der drei ??? - mit viel Spaß.   Ansonsten tut man als Autor alles, um das Buch so gut wie möglich zu machen. (Ich zumindest, grins - aber das gilt garantiert auch für meine ???-Autorenkollegen!) Das darf man nie vergessen: die ??? werden für Kinder geschrieben, und wenn man als Erwachsener auch noch Spaß daran hat (so wie ich als Leser), dann ist es ja umso besser.


3. Bauen Sie auf die typischen „Drei Fragezeichen“-Bücher oder probieren Sie auch Mal was ganz    anderes aus?  


Ich mag am allerliebsten die klassischen ???-Fälle, das merkt man vielen meiner Bücher auch an - äh, so viele sind ja noch nicht erschienen, aber weitere sind bereits fertiggestellt. Dennoch ist es wichtig, dass die Romane in Details „mit der Zeit gehen“ und modern daherkommen, ohne ihren eigenen Charakter zu verlieren. Was dieser „eigene Charakter“ ist, daran scheiden sich aber manche Geister. Ich kann es auch schwer in Worte fassen, habe aber eine genaue Vorstellung davon in meiner, hm, „Gefühlswelt“. Ich „kenne“ die Jungs, sozusagen.


4. Was denken Sie, wenn Sie die CD’s zu Ihren Büchern hören?  


Das frag ich mich auch - mein erstes ???-Hörspiel wird demnächst aufgenommen, und ich bin sseeeeehr gespannt darauf.


5. Hören oder lesen Sie auch andere „Drei Fragezeichen“-Bücher?  


Klar.  (Wortgewaltige Antwort, gell?)

6. Haben Sie früher schon „Die Drei Fragezeichen“ gelesen?  


Schon als Kind - wenn da auch nur recht wenige Bücher. Ich war ein „Kassettenkind“ und habe die Hörspiele, die es damals bereits gab, rauf und wieder runter gehört. Die Idee, mich als Autor für die Serie zu bewerben, kam ganz klar, weil ich Fan der drei ??? bin.


7. Wer ist Ihr Lieblingscharakter? Justus, Bob oder Peter?  


Irgendwie mag ich ja alle. Doch, die sind auf meiner Liebhab-Skala alle gleich! Nur Justus ist ein wenig gleicher als die anderen.

8. Gehören Figuren, wie Dick Perry oder Victor Hugenay schon zu den „Drei Fragezeichen“ dazu?  


Finde ich schon. Gerade von Hugenay habe ich aufgrund der oben erwähnten „Kindheitserfahrungen“ ein spezielles Bild. Er gehört zum Rocky-Beach-Universum (Rockyversum?) einfach dazu. Er ist mein Lieblingsschurke bei den ???. Auch Leute wie Skinny kann man sich nicht wegdenken.

9. Haben Sie den Film gesehen und wenn ja, was halten Sie davon?  


Ich kenne beide Filme, ja - und mir haben sie gefallen. Ich finde, sie haben (teilweise) viel ???-Flair eingefangen, wenn sie andere Teile auch gar nicht ???-typisch rübergebracht haben. Dennoch: ich mochte sie und hätte rein als Zuschauer den geplanten dritten Teil gern gesehen.

10. Wie war es für Sie, eine „Drei Fragezeichen“-Kurzgeschichte zu schreiben?  



Sehr interessant. Und sehr schwierig. Ich habe versucht, einen kompletten Fall zu erzählen - ehrlich gesagt, hätte ich diese Sache mit der „siebten Frau des Leuchters“ auch mit weiteren Verwicklungen versehen und daraus einen ganzen Fall machen können. Aber da hätte ich das Ende nicht so bringen können. Die Kurzgeschichten dürfen ja durchaus experimentell sein - und was da bei mir am Ende geschieht, sprengt natürlich jeden Rahmen. Nur (gemerkt?!): Justus, Peter und Bob haben das nie erfahren. Für sie bleibt es ein „normaler Fall“. Ansonsten habe ich die sechs Geschichten der Kollegen mit großem Spaß gelesen. Ich glaube, alle hatten denselben Spaß wie ich beim Schreiben.

11. Wie lange dauert es bis ein Buch fertig ist?  


Das kann man so nicht sagen. Ich versuche aber mal von mir zu sprechen, bei allen Kollegen sieht es garantiert anders aus. Am Anfang steht bei mir eine Idee, ein Schlagwort. Dann setze ich mich an den Schreibtisch (ich bin ein Schreibtisch-Hocker-und-dann-kommen-die-Ideen) und plane den Roman kapitelweise durch. Das geht an Freunde, die für mich Testleser spielen. Dann an den Verlag, die das alles absegnen oder mit Vorschlägen erweitern. Danach ruht es für gewöhnlich eine ganze Zeit, in der ich andere Projekte verfolge. Irgendwann wird der Romanplan wieder rausgeholt und das Buch geschrieben. (Der eigentliche Schreibvorgang ist nur ein Teil des Ganzen, und oft nicht mal der, der am meisten Zeit beansprucht.) Dann folgt die Zusammenarbeit mit dem Lektor. Eine Menge Schritte. Aber um deine Frage zu beantworten: So irgendwas zwischen drei Wochen (mit Pausen dazwischen) und einem halben Jahr von der Idee zur Satzfahne (die sozusagen ein Bild des Buches ist, wie es seitengenau gedruckt wird und die der Autor durchliest, korrigiert und freigibt). Danach dauert es auch noch Monate, bis das Buch tatsächlich erscheint.

12. Welches „Drei Fragezeichen“-Buch ist Ihr Lieblingsbuch?  



Ich glaube, der Super-Papagei und der Grüne Geist. Aber so einfach ist das nicht. Ich mag viele sehr gern. Aber die Klassiker prägten eben meine Kindheit, so was lässt sich schlecht überbieten ...

13. Wann kommt ihr nächstes „Drei Fragezeichen“-Buch?  


Ohne zu viel zu verraten: In 2013. Aber anders als gedacht.


14. Was sagen Ihre Verwandten dazu, dass Sie die berühmten „Drei Fragezeichen“-Bücher schreiben?  


Oh, das gefällt ihnen schon. Aber so viel reden wir gar nicht darüber. Das ist in gewissem Sinn „die Arbeit“. Auch wenn es die tollste Arbeit ist, die man sich so vorstellen kann, als Schriftsteller tätig zu sein. Sag ich. Andere mögen das anders sehen. (Und es hat auch seine Schattenseiten, wenn der Schreibdruck steigt, man zu sehr in die fiktive Welt absinkt und durchaus ein wenig grummelig wird, ähem.)


15. Was halten Sie von den „Drei Fragezeichen Kids“?  


Die finde ich ganz, ganz großartig. Ich liebe diese Bücher, gerade in ihrer, hm, teilweise „Comic-artigkeit“ 
und ihrem Witz. Nicht umsonst hab ich ja selbst bislang vier ??? Kids-Midi-Bändchen geschrieben und das mit sehr, sehr viel Spaß an der Sache. Außerdem lieben so viele Kinder die Kids, die noch zu jung sind, um die „normalen“ ??? zu lesen, allein das ist super. In der Grundschule, in die zwei meiner Kinder vor kurzem noch gegangen sind (jetzt ist es nur noch einer) kennen eigentlich alle die Kids – ich habe übrigens auch drei Jungs, aber die heißen nicht Justus, Peter und Bob.

Dann möchte ich mich noch einmal ganz herzlich dafür bedanken, dass Sie mir die Antworten so schnell zugeschickt haben und Sie sich überhaupt Zeit für mein Interview genommen haben.

Und was sagt ihr zu all den interessanten Antworten? Auch im Vergleich zu Kari Erlhoff? Schreibt es doch einfach in die Kommentare!

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